Programm

Donnerstag, 11. Oktober 2018

08:00 Uhr
Registrierung
09:00 Uhr
Begrüßung
Referent: Kristin Rinortner | ELEKTRONIKPRAXIS

Redakteurin ELEKTRONIKPRAXIS

09:10 Uhr
Keynote: Relais als Wegbegleiter der digitalen Urbanisierung und Automation mehr
Eine vernetzte Welt, urbane Verdichtung, Smart Grid, autonomes Fahren, Fertigung On Demand, Smart Home und Digital Hospital sind bereits Teil unserer Wirklichkeit, die sich noch weiter entwickeln werden. Offensichtlich ist die digitale Vernetzung. Weniger sichtbar ist hingegen der Link in die materielle Welt. Relais sind in vielen Fällen das flexible Bindeglied zwischen beiden Welten. Sie sorgen dafür, dass sich Roboter bewegen, Aufzüge fahren, Medizinlaser schneiden oder Jalousien Räume verdunkeln. Mit dem notwendigen Knowhow bei der Auswahl und Integration verhelfen Relais Geräten und Systemen zu hoher Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Relais in der digitalisierten Welt
  • Herausforderungen der Automation
Referent: Klaus Stark | Pilz / ZVEI

Dipl.-Ing. (FH) Klaus Stark, geboren 1955 in Grötzingen, war nach seinem Studium der Elektronik/Informatik acht Jahre als Entwicklungsingenieur bei Pilz tätig. Danach folgten berufliche Stationen als Entwicklungsleiter bei Wöhrle Industrieelectronic und bei Leuze Elektronik, wo er im Bereich Optosensorik das Produktmanagement und die Anwendungsberatung leitete. Zurück bei Pilz übernahm er 1996 die Leitung des Produktmanagements. 2008 wechselte er als Leiter in den Vertrieb International. Seit 2017 verantwortet Klaus Stark den Bereich Innovationsmanagement.

09:30 Uhr
Relais-Grundlagen mehr
Im Einführungsvortrag werden die Entstehung und die Entwicklung des Relais im Kontext der Geschichte erörtert: Angefangen von der Entdeckung und Nutzung des Elektromagnetismus zur Nachrichtenübermittlung bis hin zur Erfindung des Computers. Durch die Entwicklung der Leistunghalbleiter wurden dem Relais später Einsatzbereiche „weggenommen“, gleichzeitig entstanden aber auch neue Anwendungsmöglichkeiten. Diesen Entwicklungen trägt der Abschnitt zur technischen Entwicklung des Relais Rechnung.
Einen Schwerpunkt bilden wichtige Kenndaten und Funktionen eines Relais wie die galvanische Trennung. Besprochen werden mögliche Kontaktmaterialien, der Kontaktwiderstand, das Verhältnis Spulenleistung zu Schaltleistung sowie Baugröße zu Schaltleistung und bistabile Relais ohne permanenten Energieverbrauch.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Wichtige Begriffe und Kenndaten von Relais
  • Aufbau und Funktion eines Relais
  • Möglichkeiten und Grenzen in der Anwendung
Referent: Manfred Cloot | Finder

Manfred Cloot besuchte das technische Gymnasium in Mainz, studierte anschließend Elektrotechnik und war als Elektronik Entwicklungsingenieur für Quante Lasertechnik und für die VDO tätig. Er nahm 4 Jahre an einem Forschungsprojekt des Max Plank Institutes für Polymerforschung teil, und baute die Elektronik für ein Rastertunnelmikroskop auf. Von 1998 bis 2010 war er für Finder Deutschland als Produktmanager im Bereich Relais tätig. Seitdem fungiert er als technischer Leiter. Seine Hauptaufgaben sind die Applikationsberatung und die Kommunikation neuer Kundenanforderung an die Entwicklung. Zusätzlich engagiert er sich als Mitglied in den Normungsgremien der DKE und des IEC.

10:10 Uhr
Kaffeepause und Ausstellung
10:40 Uhr
Erweitertes Basiswissen 1: Temperatureinflüsse mehr
Temperaturverhalten und Wärmemanagement beim Einsatz von Relais: Die Abschätzung der Wärmeentwicklung und Wärmeverteilung auf dem Board und im Gehäuse hat entscheidenden Einfluss auf die Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Relais. Im ersten Teil werden die verschiedenen Arten von Temperaturen erläutert, es wird aufgezeigt, wie diese ermittelt werden und wie die Ergebnisse einzuordnen sind. Im zweiten Teil werden Maßnahmen erörtert, wie man das Temperaturverhalten im Relais, auf der Platine, bei der Relaisansteuerung und der Schaltlast positiv beeinflussen kann.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Beurteilung der Wärmeentwicklung und -Verteilung
  • Designempfehlungen für temperaturgerechtes Design
  • Maßnahmen zur Reduzierung der Eigenerwärmung von Relais

Referent: Jürgen Steinhäuser | ELESTA GmbH

Jürgen Steinhäuser, geboren 1962 in Frankfurt am Main ist ausgewiesener Fachmann in den Bereichen technische Metalle und Elektromechanik. Basierend auf einer Uhrmacherlehre und Weiterbildung zum staatl. geprüften Maschinenbautechniker war er langjährig in der Entwicklung technischer Metalle und den korrosiven Auswirkungen durch Schadgase und Aerosole auf Metalle der Kontakt- und Verbindungstechnik bei W.C. Heraeus GmbH tätig. Bei der ELESTA GmbH Elektronik konnte er als Produktmanager die Entwicklung Relais vorantreiben, um sich mit dem Wechsel zur Betronik GmbH als Bereichsleiter E-Mechanik, dem Komponentenvertrieb zuzuwenden. Seit 2005 ist er als Geschäftsleitungsmitglied bei der ELESTA GmbH, Bad Ragaz, Schweiz, verantwortlich für Vertrieb und Marketing mit Schwerpunkt auf zwangsgeführte Relais und optische Drehgeber. Er ist aktives Mitglied in Arbeitskreisen von ZVEI, DKE sowie IEC.

11:10 Uhr
Erweitertes Basiswissen 2:
Es gibt nicht nur den Kurzschluss - Fehlzustand Überstrom mehr
Es gibt nicht nur den Kurzschluss: Wenn von der Absicherung elektrischer Stromkreise gesprochen wird, ist in der Regel die Absicherung gegen einen Kurzschluss gemeint und dies in der Regel als Leitungsschutz. Was passiert aber, wenn ein erhöhter Strom „nur“ unzulässig hoch ist und noch keinen Kurzschluss darstellt? Die Absicherung spricht nicht an. Eine derartige Belastung kann für den schaltenden Kontaktkreis aber bereits eine schädliche thermische Überlastung sein.
Es stellt sich hierzu die Frage, wie man einen geeigneten Kontaktschutz erreichen kann. Zur Lösung dieser Fragestellung wird ein Weg aufgezeigt.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Was ist ein Kurzschluss und wie wird getestet?
  • Was ist ein Überstrom und was bewirkt dieser?
  • Wie kann man einen Schutz gestalten.

Referent: Ralf-Eberhard Kirsch | Hengstler

Dipl.-Ing. Eberhard Kirsch, Jahrgang 1938, begann nach dem Studium Elektrische Nachrichtentechnik im Jahr 1961 seine Berufstätigkeit als Sachbearbeiter in der Halbleiterfabrik der Siemens & Halske AG in München. Danach wechselte er als Versuchsingenieur in das Elektronik-Labor zu Friedrich Krupp nach Essen. Später war er als Büroleiter im Zweigbüro Essen der Industria M. Oberländer GmbH sowie in Positionen in Vertrieb/Marketing, Dokumentation sowie als Mitglied der technischen Leitung bei der Relaisfabrik E. Haller GmbH tätig. Mitte der 1970er Jahre initiierte und spezifizierte er dort Relais mit zwangsgeführten Kontakten. Es folgten Tätigkeiten bei Ziller Electronic LAB und der Relaisfabrik W. Gruner. Im Jahr 1990 übernahm er die technisch e Leitung bei der Hengstler GmbH, Geschäftsbereich Bauelemente (Relais).
Er war tätig als aktives Mitglied in Gremien des ZVEI (seit 1969) u.a im TA6.7 und in der DKE/K671 sowie IEC/TC94, später auch als Obmann bis zum Ruhestand im Jahr 2003. Derzeit ist er tätig als freier Mitarbeiter der Fa. Hengstler in Gremien des ZVEI, der DKE und der IEC.

11:40 Uhr
Erweitertes Basiswissen 3:
Sicheres Löschen des DC-Lichtbogens durch magnetische Blasung bei elektromechanischen Relais mehr
Beim Schalten von hohen DC-Lasten mit elektromechanischen Relais ist der entstehende Lichtbogen besonders zu beachten. Die Eigenschaften des Lichtbogens und der Einfluss der Umgebung sind möglichst genau zu erfassen, um eine effektive magnetische Blasung und Lichtbogenlöschung zu gewährleisten. Betrachtet werden insbesondere die Mindestfeldstärken für das sichere Löschen des Lichtbogens bei verschiedenen Bogenlängen und Stromstärken, der Einfluss von Kontaktöffnungsgeschwindigkeit und verschiedener Umgebungsmedien (Gase) auf die Bogencharakteristiken und die Umsetzung in einem elektromechanischen Relais.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Lichtbogenentstehung und -eigenschaften
  • Sicheres Löschen des DC-Lichtbogens
  • Magnetische Blasung bei Relais
Referent: Christoph Oehler | Panasonic

Christoph Oehler hat an der Universität Bayreuth und der Friedrich Alexander Universität Erlangen Physik mit dem Schwerpunkt Halbleiterphysik studiert. Seit 1998 arbeitet er bei Panasonic Electric Works Europe AG, zunächst als Applikationsingenieur und Produktmanager für elektromechanische Relais. Seit 2006 ist er verantwortlich für die Bereiche Technische Rechte und Standardisierung. Heute leitet er die Abteilung Management Control Systems und ist verantwortlich für das Umwelt- und Qualitätsmanagement, Vertragsmanagement und die Produktnormung und –zertifizierung. Er ist Obmann der Normungsgremien für Elementarrelais bei der International Electrotechnical Commission (IEC) und der Deutschen Kommission für Elektrotechnik (DKE).

12:10 Uhr
Mittagspause und Ausstellung
13:10 Uhr
Relais Feature 1: Automotive mehr
Elektromechanische Relais werden in großer Stückzahl in Kraftfahrzeugen eingesetzt. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal von Relais ist die Möglichkeit der galvanischen Trennung von Batterie und Bordnetz. Im Wettbewerb mit Halbleitern können sich Relais aber auch mit Preis, Größe und Zuverlässigkeit behaupten.
Im Relais Feature „Automotive“ wird ein umfassender Überblick über die verschiedenen Relaistypen und Anwendungsgebiete in Kraftfahrzeugen vermittelt. Des Weiteren wird erläutert, warum die besonderen Anforderungen an Automobilkomponenten oft auch besondere Lösungen für die Relais erfordern.
Der zweite Schwerpunkt des Features befasst sich mit den Konsequenzen der Erweiterung des automobilen Spannungsbereichs von ursprünglich 12 V DC/24 V DC auf heute bis zu 900 V DC, vor allem im Bereich der elektrischen Antriebe von Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Welche Relais-Bauformen werden in welchen Anwendungen in Kraftfahrzeugen eingesetzt?
  • Welche besonderen Anforderungen gibt es für den Einsatz von elektromechanischen Relais in Kraftfahrzeugen?
  • Was sind die Herausforderungen und Lösungen für Relais in Kraftfahrzeugen mit elektrischen Antrieben?
Referent: Olaf Lorenz | TE-Connectivity

Olaf Lorenz, Jahrgang 1971, lebt in Berlin und arbeitet seit 25 Jahren als Applikationsingenieur für Relais bei TE Connectivity. In dieser Funktion berät er verschiedene europäische Automobil-OEMs und deren Zulieferer. Er hat zahlreiche Artikel über die Anwendung von Automobilrelais geschrieben, unter anderem für das ENGINEER'S RELAY HANDBOOK, Markt&Technik und Elektronik Praxis. In der Elektronik Praxis hat er in diesem Jahr eine Relaischulungsreihe veröffentlicht.

13:30 Uhr
Relais Feature 2:
Relais für Smart Home und weitere Anwendungen mehr
Unterschiedliche Lasten in der Gebäudetechnik benötigen manchmal angepasste Relaisausführungen, um die unterschiedlichsten Kontaktlasten schalten zu können. Neue Lasten wie LED-Beleuchtung mit hohen Einschaltströmen sowie Motorlasten (z.B. Lüfter) sind nicht immer einfach zu schalten. Im Relais Feature Smart Home werden Wege aufgezeigt, wie man neue und alte Gebäude aus- bzw. umrüstet bzw. automatisiert.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Wie man Relais der Last entsprechend anpasst.
  • Unterschiede zwischen den verschiedenen Relais.
Referent: Jürgen Schönauer | Omron

Staatlich gepr. Elektrotechniker.
Bis 1984 im Anlagen -und Dieselkraftwerksbau tätig.
Seit Oktober 1984 bei Omron Electronic Components als Produkt- und Key Account Manager tätig.

13:50 Uhr
Relais Feature 3:
General Purpose Relais - generell und doch so speziell mehr
Wir sagen General Purpose Relais und meinen damit die „eierlegende Wollmilchsau“ der elektromechanischen Schaltgeräte im Niederspannungsbereich, die für vielfältige industrielle Anwendungen eingesetzt werden kann. Es gibt unzählige Typen mit unterschiedlichen Leistungsklassen, Geometrien und Anschlussbelegungen, mit denen sowohl AC- als auch DC-Anwendungen abgedeckt werden. Obwohl sich die Hauptaufgabe eines Relais über ein vermeintlich simples Öffnen und Schließen eines Kontaktes definiert, sind die Anwendungen im Detail häufig doch sehr speziell und kompliziert, was nicht zuletzt mit den vielfältigen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten des elektromechanischen Relais zu tun hat. Der Vortrag beschreibt anhand von zwei Fallbeispielen, worauf bei der Auswahl eines Relais zu achten ist, welche Anforderungen zu berücksichtigen sind und welche sich vielleicht sogar konträr gegenüber stehen. Auf relevante Normen und Begriffe wird kurz eingegangen.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Was sind "General Purpose Relais" für Industrieanwendungen?
  • Was muss ich beachten, wenn ich ein Relais für dieses Anwendungsgebiet auswähle?
  • Fallbeispiel zu zwei typischen Anwendungen aus dem industriellen Umfeld mit Vorteilen und Risiken.
Referent: Andreas Grüber | Hongfa Europe GmbH

Andreas Grüber studierte Elektronische Gerätetechnik an der TU Dresden. Nach seiner Graduierung startete er seine berufliche Laufbahn 1991 beim westfälischen Automobilzulieferer Hella KG Hueck und Co. Er durchlief dort mehrere Stationen im Bereich der Entwicklung von Automobilrelais. Neben Erfahrungen im Prüflabor spezialisierte er sich in den ersten Jahren auf die Kontaktphysik und deren Werkstoffe. Später wechselte er in den Bereich Applikation und leitete schließlich das Applikationsteam. 2009 wechselte er zur Hongfa Europe GmbH, wo er sich zunächst auf die technische Betreuung der Automobilkunden konzentrierte. 2011 wurde er zum Technical Director der Hongfa Europe GmbH ernannt und leitet seitdem das Applikation Engineering Team für alle Relais. Herr Grüber blickt auf 27 Jahre Erfahrung im Bereich elektromechanischer Schaltgeräte zurück.

14:10 Uhr
Relais Feature 4: Solar-Relais mehr
Solarrelais in der praktischen Anwendung: Wechselrichter sind ein integraler Bestandteil jeder Solaranlage und wandeln die Gleichstromleistung von Solarmodulen in Wechselstrom um. An der Schnittstelle zum öffentlichen Stromnetz spielen dabei elektromechanische Relais eine wesentliche Rolle und sorgen für die notwendige Potenzialtrennung und Sicherheit. Hierbei werden besondere Anforderungen an die Relais gestellt: Einschlägige Normen fordern die Einhaltung großer Luft- und Kriechstecken. Darüber hinaus sind aus Anwendersicht ein niedriger Kontaktübergangswiderstand und eine geringe Spulenhalteleistung gefordert. Insbesondere bei hohen Strömen ist der Kontaktübergangswiderstand und die dadurch verursachte Eigenerwärmung besonders zu beachten.
Dieser Vortrag gibt Ihnen einen kurzen Überblick zu den verschiedenen Aspekten beim Einsatz von Hochstrom-Solarrelais.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Normative und applikationsspezifische Forderungen an Solarrelais
  • Einflüsse von Bauart und Kontaktmaterial auf den Übergangswiderstand
  • Maximierung der Lebensdauer durch geeignete Ansteuerung
Referent: Michael Biebl | Zettler

Dipl.-Ing. (FH) Michael Biebl ist Technischer Direktor der ZETTLER Electronics GmbH.
Er absolvierte sein Ingenieurstudium der Elektrotechnik im Jahr 1997 an der Fachhochschule München (heute: Munich University of Applied Sciences - MUAS) in der Fachrichtung Datentechnik.
Michael Biebl war unter anderem als Entwickler und Projektleiter bei einem mittelständischen Betrieb der Messtechnik-Branche tätig. Seine Tätigkeiten als Field-Application-Engineer bei einem Distribution-Broadliner runden sein Profil ab.
Seit 2016 ist Herr Biebl bei der ZETTLER Electronics GmbH tätig. Die technische Leitung bei ZETTLER Electronics übernahm er im Jahr 2017. Schwerpunkte seiner Aufgaben sind die technische Kundenberatung und die Definition von Neuentwicklungen innerhalb der ZETTLER Gruppe.

14:30 Uhr
Relais Feature 5:
Relais zum Schalten von kleinen Lasten mehr
Relais zum Schalten von kleinen Lasten: Elektromechanische Schaltelemente zum Schalten kleiner Lasten wie Signal- und Reed-Relais werden seit mehreren Jahren totgesagt. In der Realität werden jedes Jahr mehr Schaltgeräte für das Schalten kleiner und mittlerer Lasten hergestellt und in der Telekommunikation, der Elektronik und in Sensoren in immer höheren Stückzahlen eingesetzt. Sie sind aufgrund ihrer Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Robustheit und der galvanischen Trennung für viele Anwendungen die bevorzugte Wahl.
In diesem Vortrag wird die Funktionsweise von Signal- und Reed-Relais beschrieben und die Faktoren, die für eine einwandfreie Funktion in den Anwendungen wichtig sind, erläutert. Grenzen der Anwendung und potenzielle Fehler in der Applikation werden behandelt und Hinweise zum erfolgreichen Einsatz gegeben.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Übersicht über Signal- und Reed-Relais
  • Eigenschaften und Einsatzgrenzen von Signal- und Reed-Relais
  • Vor- und Nachteile von Relais im Vergleich zu alternativen Technologien


Referent: Dr. Werner Johler | Littlefuse

Dr. Werner Johler ist seit über 30 Jahren in leitenden Funktionen in der Elektronikindustrie mit gleich langer Entwicklungs- und Anwendungserfahrung von elektromechanischen Schaltgeräten tätig. Er leitet derzeit als VP das Engineering von Littelfuse EBU (Elektronik Business Unit), dem Marktführer von Circuit-Protection-Komponenten, einem der weltweit größten Hersteller von Reed-Schaltern. Davor war er über 15 Jahre bei TE Connectivity u.a. als CTO für Relay Products tätig. Der Autor hat in den vergangenen 30 Jahren über 100 Beiträge zum Thema Schalten von kleinen Lasten, Miniaturisierung und Zuverlässigkeit von Signalrelais etc. publiziert und erhielt diverse Auszeichnungen wie den Abert-Keil-Preis, mehrfache Auszeichnungen für „Best Papers“ während mehrerer Relaiskonferenzen.

14:50 Uhr
Kaffeepause und Ausstellung
15:20 Uhr
Best Practice:
Interface-Relais im Schaltschrank mehr
In diesem Vortrag werden bewährte Methoden für den Einsatz von Relais im Schaltschrank vorgestellt. Dazu gibt es verschiedene Ansätze, zum Beispiel über die Applikationsbereiche, den Platzbedarf, die Verlustleistung oder verlangte Zusatzfunktionen.
Zu den Applikationsbereichen zählen Rangierverteilung, Signalverdrahtung, Steuerstromverteilung, Energieverteilung, Antriebstechnik, SPS-Verdrahtung und Automatisierung im Elektromaschinenbau, in der Antriebs- und Reglungstechnik, in Industrie- und Windkraftanlagen, Kläranlagen oder bei der Energieeinspeisung. Der Platzbedarf betrifft die mögliche Schaltleistung bei limitierten Platzverhältnissen auf der Hutschiene. Ein wichtiger Punkt ist die Verlustleistung an Spule und Kontakten zur Errechnung der Gesamtverlustleistung des Schaltschranks. Auch die Klemmtechnik ist für eine schnelle Installation wichtig: Wählt der Anwender am besten Schraub- oder Push-In-Klemmen aus, wie sind die Brückungsmöglichkeiten?
Bei den Zusatzfunktionen müssen berücksichtig werden: Eingang, Ausgang, mit BB-Klemme, mit Sicherung, Timer, Sicherheitsaspekte. Eingegangen wird auf Überwachungsrelais für Strom, Spannung, Temperatur, Flüssigkeitsniveau.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Kriterien zur Auswahl des am besten geeigneten Relais für die Anwendung im Schaltschrank.
  • Wie berücksichtigt man die besonderen Anforderungen der verschiedenen Anwendungen.
Referent: Manfred Cloot | Finder

Manfred Cloot besuchte das technische Gymnasium in Mainz, studierte anschließend Elektrotechnik und war als Elektronik Entwicklungsingenieur für Quante Lasertechnik und für die VDO tätig. Er nahm 4 Jahre an einem Forschungsprojekt des Max Plank Institutes für Polymerforschung teil, und baute die Elektronik für ein Rastertunnelmikroskop auf. Von 1998 bis 2010 war er für Finder Deutschland als Produktmanager im Bereich Relais tätig. Seitdem fungiert er als technischer Leiter. Seine Hauptaufgaben sind die Applikationsberatung und die Kommunikation neuer Kundenanforderung an die Entwicklung. Zusätzlich engagiert er sich als Mitglied in den Normungsgremien der DKE und des IEC.

15:50 Uhr
Relais-Trends und Entwicklungen mehr
Zukünftige Einsatzszenarien für Relais sollten heute auch im Zusammenhang mit Fortschritten auf der Seite der Halbleiterschalter diskutiert werden. Dass Relais nicht nur ihren Platz als preiswerter und universeller Schalter verteidigen, sondern sogar ausbauen, ist der Tatsache zu verdanken, dass Hersteller die Funktion und das Design der Relais immer wieder den vielfältigen Anforderungen anpassen.
Anhand von Fallbeispielen wird gezeigt, welche neuen Anforderungen an Relais gestellt werden und warum nicht alles, was technisch möglich ist, auch in neue Relaisdesigns einfließt. Auch auf die Rolle der Fertigungstechnik bei der möglichst ökonomischen Produktion eines sich immer wieder verändernden Relaisportfolios wird eingegangen.

Das lernen die Teilnehmer im Vortrag:
  • Wie Mega-Trends wie die Miniaturisierung, aber auch Fortschritte auf der Seite elektronischer Schaltelemente die Relaisentwicklung beeinflussen.
  • Welche Technologien und Marktanforderungen Einfluss auf zukünftige Relaisentwicklungen haben können.
  • Warum nicht alles, was möglich ist, auch realisiert wird.

Referent: Frank Liebusch | TE Connectivity

Frank Liebusch studierte an der TU Dresden Elektrotechnik. Seine berufliche Laufbahn begann 1991 bei Siemens und führte ihn 1999 zu TE Connectivity. Relaisentwicklungen und -märkte begleiteten seine Laufbahn von Anfang an. Nach Entwicklungs-, Projekt und Produktmanagmentfunktionen in allen relevanten Märkten ist er heute Business Development Manager im Bereich Relais der TE Connectivity Business Unit Industrial. Das Innovationsmanagement versteht er als Interaktion zwischen Kunden und Hersteller. Seine Schwerpunkte sind die Funktionale Sicherheit und Erweiterungen der Relaisfunktion.

16:20 Uhr
Abschlussdiskussion
Referent: Kristin Rinortner | ELEKTRONIKPRAXIS

Redakteurin ELEKTRONIKPRAXIS

16:30 Uhr
Ende der Veranstaltung

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